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Methoden der Osteopathie

OSTEOPATHIE




Methoden der Osteopathie

Die Methoden der osteopathischen Medizin gelten als sanft und daher wenig belastend für den Organismus. Ziel der Behandlung ist es stets, die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen. Dabei gibt es unterschiedliche Schwerpunkte, wie z. B. den Bewegungsapparat sowie die inneren Organe und Teile des Nervensystems. Ich möchte hier die Hauptbereiche der Osteopathie und eine Auswahl der gängigsten Behandlungstechniken vorstellen:

Parietale Osteopathie

Die parietale Osteopathie geht zurück auf den amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still (1828-1917). Sie behandelt Störungen des Bewegungsapparats, also der Knochen, Muskeln, Faszien und Gelenke. Sie ist die älteste Osteopathie-Methode und die Grundlage der heutigen osteopathischen Behandlung. Durch verschiedene manuelle Techniken versucht der Therapeut, Fehlstellungen eines Gelenks zu korrigieren oder schmerzhafte Bewegungseinschränkungen sanft zu lösen.

Definition nach der Deutschen Gesellschaft für Osteopathische Medizin (DGOM e. V.):
„Bei dieser Technik werden Gelenkfunktionen an der Wirbelsäule, aber auch an anderen Gelenken behoben. Durch gezielten Muskelzug und geführte Bewegungen werden die Gelenke wieder zur Normalfunktion gebracht und die Muskelspannung optimiert."

Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Osteopathische Medizin (DGOM e.V.) (Abruf: 10/2012)
Liem, T., Dobler, T.K.: Leitfaden Osteopathie. Parietale Techniken. Elsevier/Urban & Fischer Verlag, München 2010

Viszerale Osteopathie

Die viszerale Osteopathie geht auf H. V. Hoover bzw. M. D. Young in den 1940er Jahren zurück. Sie beschäftigt sich mit den Organen im Brust-, Bauch- und Beckenraum und leitet die Zusammenhänge zwischen diesen Organen und den Auswirkungen auf den Bewegungsapparat, die Extremitäten und das Nervensystem her. Im Mittelpunkt der viszeralen Osteopathie als Sonderbereich der osteopathischen Medizin steht die manuelle Diagnostik und manuelle Therapie funktioneller Erkrankungen innerer Organe.

Definition  nach der Deutschen Gesellschaft für Osteopathische Medizin (DGOM e. V.):
„Bei der visceralen Osteopathie werden Spannungsänderungen an inneren Organen sowohl in ihrer Eigendynamik als auch im Organverbund ertastet und behandelt. Innere Organe sind durch Faszien und Bänder befestigt und beweglich. Bei Verspannungen dieser Faszien wird die Beweglichkeit der Organe beeinträchtigt. Dadurch können Funktionsstörungen der Organe selbst entstehen und über Reflexe auch Störungen am Skelettsystem auftreten. Bei der visceralen Osteopathie werden die Verspannungen der Bänder gelöst. Dadurch wird die physiologische Funktion der inneren Organe unterstützt."

Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Osteopathische Medizin (DGOM e.V.) (Abruf: 04/2017)
Hermanns, W.: GOT – Ganzheitliche Osteopathische Therapie. Haug Verlag, Stuttgart 2012


Craniosacrale Osteopathie

Die craniosacrale Osteopathie wurde Anfang der 1930er Jahre von dem US-amerikanischen Arzt Dr. William Garner Sutherland (1873-1954) entwickelt. Anhand von Untersuchungen am menschlichen Schädel stellte er fest, dass sich die Schädelknochen - unabhängig von der Frequenz von Atem und Herz - rhythmisch bewegen. Die Gründe dafür sah Sutherland im rhythmischen Fluss der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit, in den Eigenbewegungen des Gehirns und der Beweglichkeit der Hirn- und Rückenmarkshäute, der Schädelknochen und des Kreuzbeins. Treten Störungen in diesen natürlichen Bewegungen auf, so Sutherland, kommt es zu Beschwerden wie muskulären Verspannungen, Kopfschmerzen, Ohrgeräuschen (Tinnitus) oder auch Schmerzen im Kiefergelenk.

Ziel der craniosacralen Osteopathie ist es, diese Störungen zu beseitigen und die Beweglichkeit der Strukturen wiederherzustellen. Durch Ertasten des Körpers erkennt der Therapeut, wo genau Störungen vorliegen, und löst diese gezielt durch sanften Druck.

Definition nach der Deutschen Gesellschaft für Osteopathische Medizin (DGOM e. V.):
„Die Schädelknochen sind beweglich und sie bewegen sich in einem bestimmten Rhythmus. Dieser craniosakrale Rhythmus (ca. 8-12 mal pro Minute) entsteht durch die Bewegungen des Gehirnwassers (Liquor) und reicht vom Hohlraumsystem des Kopfes über den ganzen Rückenmarkskanal hinunter bis zum Steißbein. Bei der craniosakralen Technik wird die Beweglichkeit der verschiedenen Schädelknochen untereinander und die Steißbeinbeweglichkeit untersucht und beurteilt. Bei einer Fehlfunktion können die gelenkartigen Verbindungen des Schädelknochen und des Steißbeines normalisiert werden. Mit der craniosakralen Therapie werden auch Verspannungen der Schädelmembranen gelöst und der Blutkreislauf im Schädel verbessert."

Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Osteopathische Medizin (DGOM e.V.) (Abruf: 10/2012)
Hermanns, W.: GOT – Ganzheitliche Osteopathische Therapie. Haug Verlag, Stuttgart 2012
Liem, T.: Kraniosakrale Osteopathie. Hippokrates Verlag, Stuttgart 2010


Myofasziale Techniken

Der Begriff „myofaszial" setzt sich aus „myo" für Muskeln und „faszial" für Faszien zusammen. Faszien bezeichnen die Weichteil-Komponenten unseres Bindegewebes. Sie durchdringen den ganzen Körper wie ein umhüllendes und verbindendes Spannungsnetzwerk. Über die Faszien sind die einzelnen Körperstrukturen miteinander verbunden. Daher können Störungen der Faszien oder Muskeln nicht nur an der entsprechenden Stelle Beschwerden verursachen, sondern auch in anderen Bereichen des Körpers. Mithilfe der myofaszialen Techniken kann der Therapeut diese Funktionsstörungen der Muskeln und Faszien ausfindig machen und sie sanft behandeln. Durch verschiedene Druck- und Zugtechniken soll die Durchblutung im Gewebe angeregt und dadurch eine bessere Gewebespannung erreicht werden.


Definition nach der Deutschen Gesellschaft für Osteopathische Medizin (DGOM e. V.):

„Alle Muskeln sind umhüllt von den sogenannten Faszien. Die Faszien selbst sind am ganzen Körper miteinander in Verbindung. Durch weichen Druck und Zug werden Reize an diesen Faszien gegeben. Dadurch werden Reaktionen zur Normalisierung der Gewebespannung in Gang gesetzt. Letztlich wird dadurch die Durchblutung der Gewebe und vor allem ihre Beweglichkeit gegeneinander verbessert."

Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Osteopathische Medizin (DGOM e.V.) (Abruf: 04/2017)
Hermanns, W.: GOT – Ganzheitliche Osteopathische Therapie. Haug Verlag, Stuttgart 2012
Liem, T., Dobler, T.K.: Leitfaden Osteopathie. Elsevier/Urban & Fischer Verlag, München 2009


Counterstrain-Technik

Die Counterstrain-Technik wurde in den 1950er Jahren von dem US-amerikanischen Arzt und Osteopathen Dr. Lawrence H. Jones speziell für Patienten, die unter Schmerzen des Bewegungsapparates leiden, entwickelt. Im Mittelpunkt dieser Technik stehen Muskel- und Sehnenpunkte, die schmerzempfindlich auf Druck reagieren. Diese sogenannten Tenderpoints zeigen Funktionsstörungen des Bewegungsapparats auf. Durch eine spezielle Lagerungstechnik bringt der Therapeut den Patienten in eine Position, die er als völlig schmerzfrei empfindet. Anschließend baut er mit seinen Händen einen Gegendruck („counterstrain") in die entgegengesetzte Richtung zum schmerzhaften Muskel auf. Das Verweilen in einer schmerzfreien Position für die Dauer von 90 Sekunden wirkt sich dauerhaft positiv aus, wenn man langsam genug aus der schmerzfreien in die normale Position zurückkehrt. Druckschmerzhafte Muskel- und Sehnenpunkte werden so entspannt und gelöst.

Definition nach der Deutschen Gesellschaft für Osteopathische Medizin (DGOM e. V.):
„Bei der Counterstrain-Technik werden bestimmte druckschmerzhafte Muskel- und Sehnenpunkte behandelt. Es gibt ca. 200 derartige "Tenderpoints". Mit einer speziellen Lagerungstechnik werden diese Tenderpoints vollständig entspannt und anhaltend aufgelöst."

Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Osteopathische Medizin (DGOM e.V.) (Abruf: 04/2017)
Hermanns, W.: GOT – Ganzheitliche Osteopathische Therapie. Haug Verlag, Stuttgart 2012
Van Assche, Raphael: Das neue Strain-Counterstrain. Verlag systemische Medien

Manuelle Therapie

Die Manuelle Therapie behandelt Bewegungsstörungen des Bewegungsapparates. Durch spezielle Handgriff- und Mobilisationstechniken versucht der Therapeut, Schmerzen zu lindern und Bewegungsstörungen zu beseitigen. Der Therapeut untersucht dabei die Gelenkmechanik, die Muskelfunktion sowie die Koordination der Bewegungen.

In der manuellen Therapie gibt es sowohl passive Techniken als auch aktive Übungen. Einerseits mobilisiert der Therapeut blockierte oder in ihrer Bewegung eingeschränkte Gelenke durch sanfte Techniken, andererseits können instabile Gelenke durch individuelle Übungen stabilisiert werden. Das Ziel dieser Art der Therapie ist, das Zusammenspiel zwischen Gelenken, Muskeln und Nerven wiederherzustellen.

Quellen:
Deutscher Verband für Physiotherapie
Lewitt, Karel: Manuelle Medizin. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH; Auflage: 8 (7. Dezember 2006)


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